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Tausend Augen?
© Christof Schnepp

Hilfe in schweren Zeiten schenken

Freunde unterstützen, innere Prozesse verstehen, Gelegenheiten zu wachsen.

Wenn uns ein schweres Thema ereilt, beispielsweise eine „unheilbare“ Krankheit, ein schwerer Unfall, Krebs oder Schicksalsschläge, dann bleibt für einen Moment die Welt stehen. Irgendetwas in uns braucht Zeit, die Nachricht zu verdauen. Besonders lange kann dieser Moment andauern, wenn es uns aus heiterem Himmel trifft, wenn wir überrascht werden. Wir scheinen immer wieder zu vergessen, daß im Leben jederzeit ein schwerer Moment kommen kann und es ist gut, daß wir nicht pausenlos an das Überraschungsmoment des Lebens denken sondern die unbeschwerten Zeiten auskosten können.

Dann, nach einer gewissen Zeit in der wir das Unvorhersehbare realisiert haben, die veränderten Tatsachen zu uns durchgedrungen sind, folgt eine Phase des Unverständnisses und der Ablehnung — wir weigern uns, die Veränderung zu akzeptieren. Wenn die neuen Tatsachen aber genügend Kraft haben, wird irgendwann die Phase des Akzeptierens folgen, wir versuchen dann, einen Umgang mit den Veränderungen zu finden.

Manche von uns machen das auf rationale Weise, ziehen sich in ihre Gedanken zurück, lassen die Gefühle, die Veränderungen mit sich bringen, möglichst wenig an sich heran, andere werden sehr emotional, werden von starken Gefühlen erfaßt und können dann keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Durch die Oberhand jeweils einer Seite, verlieren wir die Balance und werden zunehmend unsicher.

Jede dieser Phasen durchlaufen wir und verweilen in ihnen, bis wir unseren persönlichen Weg gefunden haben, wie wir die Veränderungen in unser Leben integrieren können. Manchmal verweilen wir in einer der Phasen nur wenige Wimpernschläge lang, manchmal brauchen wir Jahre, um unseren Weg weitergehen zu können.

Um im Fluß bleiben zu können, ist es sehr hilfreich freundliche Unterstützung zu bekommen, hier können Freunde eine wahre Quelle des Mutes und Trostes sein.

In all den Fällen, in denen wir diese Freunde sind, in denen wir Unterstützung schenken wollen, gibt es ein paar kleine Tipps, die unsere Unterstützung zu einer großen Hilfe werden lassen:

  • Frage erst, ob sie das Erlebte erzählen möchten, denn ständiges Wiederholen des Erlebnisses wirkt zusätzlich schwächend.
  • Biete deine Hilfe an. Vielleicht kannst du etwas Konkretes tun, z.B. bei der Arztsuche helfen, Begleiten bei etwas, Essen kochen, Kinder betreuen, einkaufen, telefonisch erreichbar sein, Arbeiten die nicht liegenbleiben können übernehmen … Konkrete Hilfe ist kostbar und ein schönes Freundschaftsgeschenk.
  • Frage welche Gefühle das Ereignis auslöst.
    Zeit zu haben, jemandem aus dem inneren Erleben erzählen zu dürfen, zu weinen, die Verzweiflung oder das Unverständnis ausdrücken zu können ist sehr heilsam und wird eure Freundschaftsbande stärken.
  • Unterstütze die Person dabei, ihre innere Harmonie wiederzufinden.
    Wenn sie eher rational mit der Situation umgeht, braucht sie vielleicht Unterstützung bei den Emotionen. Da könnte die einfache Frage „Wie geht es dir mit der Situation?“ oder „Was empfindest du?“, sehr hilfreich sein, da sie die Gefühle anspricht.
    Ist sie eher emotional, kann es gut tun in den Arm genommen zu werden und so wieder Halt zu finden. Oder die Frage: „Was brauchst du, um mit dem was dir geschehen ist umgehen zu können?“ oder „Was könnte der erste Schritt sein, der dir jetzt helfen würde?“ kann in manchen Fällen die Tür zu einem neuen Betrachten öffnen und die innere Kompetenz, auch mit schwierigen Situationen umgehen zu können wieder aktivieren.

In jedem Fall wird deine freundliche, ruhige Gegenwart Unterstützung schenken und das ist von allergrößtem Wert, wenn die Zeiten schwer sind und das Leben einen gerade zu überrollen scheint. Das sind die Zeiten, in denen wir unsere Freundschaft in aktiv geliebter Liebe ausdrücken können, besondere Momente, in denen uns das Leben die Chance gibt, über uns und unsere eigenen Bedürfnisse hinauszuwachsen.
Manchmal im Leben erhalten wir das Geschenk, ein direkter Bote der Liebe sein zu dürfen und dann können wir spüren, was es bedeutet sich ganz zu schenken und nichts zu wollen.

Eure Jutta Qu'ja

 

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